Vorlesewettbewerb 2012 der Deutsch-Französischen Gesellschaft und der Stadtbibliothek Duisburg zum Welttag des Buches am 23. April
Eine gemeinsame Veranstaltung der Deutsch-Französischen Gesellschaft und der Stadtbibliothek Duisburg
Caroline Coenen und Alessa Junghänel.
Zum Welttag des Buches 2012 veranstalteten die Deutsch-Französische Gesellschaft und die Stadtbibliothek Duisburg zum vierten Mal in Zusammenarbeit einen Vorlesewettbewerb in französischer Sprache für Schülerinnen und Schüler der Klassen 9 und 10 Duisburgs, Mülheims und der Region. Der Welttag des Buches hat das Ziel, die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit auf den Gewinn, den das Lesen von Büchern dem Einzelnen und der Gesellschaft bringt, zu lenken. Die Stadtbibliothek widmet alljährlich diesem Tag ein besonderes Programm mit Buchausstellungen und Leseveranstaltungen. Der Wettbewerb der Deutsch-Französischen Gesellschaft fügt sich nahtlos darin ein, allerdings mit Büchern in französischer Sprache.
Anreiz zum Lernen der französischen Sprache
Die Beziehungen zwischen Deutschland und Frankreich sind eng, insbesondere die Region Rhein- Ruhr ist mit Frankreich vielfach wirtschaftlich und kulturell verflochten. Wer die französische Sprache lernt, kann die Zukunfts- und Lebenschancen nutzen, die diese politischen und gesellschaftlichen Beziehungen eröffnen. Mit dem Vorlesewettbewerb Französisch will die Deutsch-Französische Gesellschaft die Jugendlichen darin bestärken, sich mit der französischen Sprache zu befassen.
Das neue Format „lecture dramatique / szenisches Lesen“
Der Vorlesewettbewerb besteht in Duisburg seit dem Jahr 2008 (vgl. www.voila-duisburg.de). Von dem neuen Format „lecture dramatique / szenisches Lesen“ im Jahr 2012 versprachen sich die Organisatorinnen und Organisatoren einen besonderen Anreiz. Die Aufgabe lautet, jeweils zu zweit einen Dialog aus einem französischen Theaterstück vorzulesen. Dabei kommt es, wie immer bei einem mündlichem Vortrag, auf verständliche Aussprache und sinngemäße Intonation (Wort- und Satzmelodie) an, aber darüber hinaus gehört zu einer „lecture dramatique“ insbesondere auch der Ausdruck von Gefühlen und Stimmungsschwankungen, die den Dialog und die darin agierenden Personen prägen und sich zum Beispiel in Mimik und Gestik, im Gesprächsrhythmus und auch in Sprechpausen zeigen. Solche Ansätze zu einer szenischen Gestaltung sind eine wesentliche Dimension einer lecture dramatique, die beim Vorlesewettbewerb 2012 zu berücksichtigen war. Dieser kreative Aspekt der Aufgabe sollte den Jugendlichen die Erfahrung vermitteln, dass das Anwenden von Sprache Freude macht, und zwar sich selbst ebenso wie anderen.
Hohe Beteiligung
Das neue Format des Vorlesewettbewerbs erschien offensichtlich attraktiv, denn 23 Schüler-Paare, das sind 46 Schülerinnen und Schüler wurden von Schulen Duisburgs und der Umgebung angemeldet. Damit traten doppelt so viele Jugendliche zum diesjährigen Wettbewerb an wie in den Jahren zuvor.
Die hohe Zahl der Bewerberinnen und Bewerber bedeutete gleichzeitig eine Herausforderung für die beteiligten Institutionen und Personen: für die Stadtbibliothek, denn der Wettbewerb war in den laufenden Betrieb und in das erweiterte Programm zum Welttag des Buches einzufügen; für die Betreuerinnen und Betreuer der Deutsch-Französischen Gesellschaft, denn sie hatten die 46 Jugendlichen und ihre Begleitung in Empfang zu nehmen und im Laufe des Nachmittags nach Zeitplan zu begleiten; für die Jury, die die Vorträge nach neuem Format beurteilen musste.
Des Weiteren gab es eine für den Erfolg des Unternehmens ganz wichtige Aufgabe — und wer hätte sie lösen können, wenn nicht der Vorsitzende der Gesellschaft? —, nämlich bei Institutionen, Sponsoren und Spendern die freundliche und materielle Aufmerksamkeit für das Vorlese-Projekt zu wecken und Geschenke und Preise einzuwerben. Dank vieler kompetenter und umsichtiger Helferinnen und Helfer und viel guten Willens allenthalben kam schließlich der Vorlesewettbewerb 2012 zu einem guten Ende.
Ablauf des Vorlesewettbewerbs 2012
Die 46 Bewerberinnen und Bewerber, zumeist begleitet von ihren Französischlehrkräften, Freundinnen und Freunden, trafen um 14 Uhr in der Stadtbibliothek ein, wo sie nach der Registrierung offiziell vom Vorsitzenden der Deutsch-Französischen Gesellschaft, Herrn Wolfgang Schwarzer, und der Vertreterin der Stadtbibliothek, Frau Petra Dobler-Wahl, begrüßt und den zwei vorgesehenen Jury-Gruppen zugeordnet wurden. Dort trugen die Jugendlichen jeweils paarweise und gemeinsam ihre Szene aus einem Theaterstück vor, die sie aus drei vorgegebenen Texten hatten auswählen können: Le Petit Chaperon vert (Pierre Cami), Le Guichet (Jean Tardieu) und L’alibi (Brigitte Leroy / Uwe Plasger). Bei den lebendigen und vielfach phantasievoll ausgestalteten szenischen Lesevorträgen in französischer Sprache erlebte die Jury äußerst vergnügliche Momente.
Öffentliches Finale und Preisverleihung
Bei dem öffentlich ausgetragenen Finale um 18 Uhr ermittelte die Jury im großen Vortragssaal der Stadtbibliothek die Reihenfolge der vier bestplatzierten Paare. Das dicht gedrängt sitzende Publikum erhielt dabei einen Einruck von der sprachlichen Qualität und dem Charme der Vorträge, die zu Recht mit begeistertem Applaus belohnt wurden. Das Finale mündete in die feierliche Preisverleihung, die Wolfgang Schwarzer als Vorsitzender der Deutsch-Französischen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit Petra Dobler-Wahl als Vertreterin der Stadtbibliothek durchführte.
Als Siegerpaare wurden gekürt:
1. Julia Marae und Sophia Rosin, Steinbart-Gymnasium, Duisburg,
2. Moritz Jentgens und Pauline Schnittka, Carl-Duisberg-Gymnasium, Wuppertal,
3. Theresa Geese und Ronja Mühlinghaus, Carl-Duisberg-Gymnasium, Wuppertal,
4. Enthuji Elankeswaran und Sara Chantal Schulte, Karl-Ziegler-Gymnasium, Mülheim.
Natürlich hätten alle Bewerberinnen und Bewerber sich gern beim Finale präsentiert, denn sie waren ja sozusagen als Sieger angetreten, indem sie von ihren Schulen in einem internen Wettbewerb zur Teilnahme ausgewählt worden waren. Aber nun ging es um die Kür der Sieger der Sieger, und das konnten nur vier von 23 Paaren sein. Das Wichtigste, sollte man sich in einer solchen Situation sagen, ist es, dabei gewesen zu sein, und das war bei diesem Wettbewerb ein großes Erlebnis.
Belohnungen und Preise von vielen Spendern
Der Vorsitzende sprach Glückwünsche aus, alle, die sich am Wettbewerb beteiligt hatten, erhielten eine schön in den Farben blau-weiß-rot und zweisprachig gestaltete Teilnahme-Urkunde und Geschenke, für die vier Sieger-Paare gab es Sieger-Urkunden, Preise und Blumen.
Vielen Spendern war zu danken: Verlage hatten Bücher, Musikkassetten und Tragetaschen beigesteuert (Cornelsen, Hueber und Klett). Die Deutsch-Französische Gesellschaft schenkte Kommunikationsspiele zum Üben der französischen Sprache, in den Taschen fanden sich des
Weiteren Eintrittskarten für kulturelle Veranstaltungen. Die Stadtbibliothek gewährte den Preisträgern Jahresabonnements für die kostenlose Nutzung ihres Bücherangebotes. Das Rathaus der Stadt Duisburg ehrte die Siegerpaare mit Sonderbriefmarken der limitierten Ausgabe zum Mercator-Jahr sowie mit wertvollen geographischen Karten des Duisburger Gelehrten in Faksimile und mit mehreren Exemplaren der ganz aktuellen Mercator-Jubiläums-Plakette.
Vielfacher Dank
Der Vorsitzende dankte auch den vielen Mithelfern beim Gelingen:
· Den Vorstandsmitgliedern der Deutsch-Französischen Gesellschaft, Veronika Kramer- Masholt, Schatzmeisterin, Dr. Dagmar Troost, Schriftführerin, und Dr. Ingeborg Christ, Beisitzerin für Schule/Jugend, für die Gesamtplanung und Organisation des Wettbewerbs sowie
· den Mitgliedern der Gesellschaft, die als Betreuerinnen und Betreuer die Jugendlichen vom Empfang bis zum Abschluss mit Hingabe, Engagement und Freude begleiteten: Dr. Ingeborg Acke, Marlies Birkemeyer, Brigitte Kirchner, Veronika Kramer-Masholt, Gisa Rüsen, Dr. Dagmar Troost, Erika Troost und Simon Veit Wallentin,
· den Jurorinnen und Juroren, die die schwierige Entscheidung der Kür der Bestplatzierten zu treffen hatten: Jury I: Dr. Ingeborg Christ, Dr. Olga Kitty Emmig, Ulrike Hebel, Marie- Christine Schwitzgöbel, Francine Steinfels-Baudet und Walter Weitz; Jury II: Dr. Ingrid Buchloh, Claus Clemens, Doris Gerwinn-Langner, Michèle Heide, Waltraud Leinemann und Françoise Zickler,
· der Vertreterin der Stadtbücherei, Petra Dobler-Wahl, für die umsichtige Organisation im Hause und ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die für die Aus- und Umgestaltung der Räume, die Ausschilderung der Wege durch die Bücherwelt und für das leibliche Wohl sorgten, sowie, im Sinne einer Klimax,
· insbesondere den Lehrkräften, die zur Teilnahme ermutigten, und den Schülerinnen und Schülern selbst, die sich ermutigen und zu eindrucksvollen sprachlichen und gestalterischen Leistungen anregen ließen.
Als Dank möge eine hier eingegangene Stellungnahme aus dem Kreis der Mitglieder der Deutsch-Französischen Gesellschaft zitiert sein:
„Ich bin beeindruckt. 1. Was für tolle Lehrer, 2. die Freude und die Disziplin der Schüler, 3. die Freude der Jury, 4. die Begeisterung im Hause trotz der vielen Events...“.
Bericht: Dr. Ingeborg Christ
Reaktionen aus vergangenen Wettbewerben:
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